Flohbefall beim Hund

Leider haben wir in letzter Zeit immer häufiger Kunden, deren Hunde Flöhe haben. Viele wissen gar nicht welche Anzeichen Ihr Hund zeigt oder worauf zu achten ist. Deshalb haben wir hier Alles zusammen gefasst.

Fast jeder Hund hat in seinem Hundeleben ein- oder mehrmals einen Flohbefall. Es ist keine Katastrophe, aber man sollte wissen, wie man mit dieser Situation umzugehen hat. Auf keinen Fall sollten Sie sich nun ekeln vor Ihrem Hund. Er kann nichts dafür und versteht nicht warum er auf einmal „verstoßen“ wird. Machen Sie ihm den Alltag etwas leichter.
Das Schlimme an Flöhen ist, dass Sie beim Hund starken Juckreiz auslösen, was zu Hautreizungen führt und die Hunde teilweise Schmerzen haben, durch aufgerissene und entzündete Haut. Außerdem können Flöhe Krankheiten übertragen.
Flöhe sind sehr klein und sind im dichtem Fell schwer zu finden. Hunde mit Flohbefall kratzen sich sehr ausgiebig und wenn sie sich beißen, wird auch mal ein Floh verschluckt. Sie sind sehr klein, aber was viele nicht wissen, ist, dass Flöhe auch Krankheitsüberträger sind. Häufig kommt es zur Infektion mit dem Gurkenbandwurm.
Hunde mit Flöhe leiden zusätzlich an Haarausfall. Meistens sind die Stellen am Schwanzansatz und den Hinterbeinen betroffen.
Flöhe scheiden Kot aus, der aussieht wie kleine schwarze Krümel. Wenn Ihr Hund sich häufig kratzt können Sie ein ganz einfachen Test machen. Halten Sie ein weißes Papier unter den Hund und wuscheln Sie ihm durchs Fell. Die schwarzen Krümel erkennt man nun gut auf dem weißen Papier. Nun feuchten Sie die schwarzen Krümel an, färben sie sich rot, ist es Flohkot. Die Eier der Flöhe hingegen sind weiße kleine Krümel, oft zu verwechseln mit Schuppen. Hier sollte dann doch genauer hingeschaut werden. Außerdem sondern Flöhe, beim beißen in die Haut, Speichel ab, der bei manchen Vierbeinern zu einer allergischen Reaktionen führen. In manchen Fällen fühlt sich der Hund dann Unwohl, möchte nicht fressen und wirkt Lustlos. Bei Welpen sind Flöhe sehr gefährlich, durch den Blutverlust kann es zu einer Anämie kommen.
Ein Floh kann pro Tag 1000 Eier ablegen. Die meisten fallen beim schütteln heraus, sodass sie meistens in der ganzen Wohnung verteilt sind. Die Eier schlüpfen nach einiger Zeit, wenn sie spüren, dass ein neues „Tier“ in der Nähe ist. Sie verstecken sich in Teppichen oder in den Decken der Hunde. Dieser Kreislauf geht immer weiter. Wenn Flöhe kein Tier finden gehen sie auch gelegentlich an Menschen. Sie fühlen sich allerdings bei uns nicht wohl, da sie sich nicht verstecken können und suchen weiter. Oft bemerken Menschen gar nichts vom Flohbefall beim Hund. Gerade kleine Hunde schlafen oft mit bei Herrchen und Frauchen im Bett. Durch Kratzen oder schütteln fallen die Flöhe ins Bett und warten dort. Wir bemerken manchmal gar nichts von den ungebetenen Gästen. Häufig fragen wir uns morgens woher kleine Hautiritationen herkommen. Manche Menschen reagieren auch allergisch und es juckt an der Stelle, wo ein Floh versucht hat zu beißen.
Flöhe können sehr weit und hoch springen. Ein Mythos ist, dass sie von einem Tier zum nächsten springen. Wenn sie einmal einen Wirt gefunden haben, bleiben sie da auch. Meist sind es die Eier der Flöhe, die zur Übertragung führen. Der Überträger ist häufig kein anderer Hund, sondern ein Igel, mit dem der Hund Kontakt hatte oder ein Wildtier. Wildtiere sind eigentlich immer vom Floh befallen, die Eier fallen heraus in die Wiese und im Wald, ein Hund kommt, die Eier schlüpfen und befallen den Hund. Trotzdem sollten Sie auf keinen Fall Ihren Hund mit einem anderen Tier in Kontakt kommen lassen, wenn Sie wissen, dass Ihr Vierbeiner Flöhe hat. So kann man zumindest ein bisschen die Übertragung einschränken.

Mittel gegen Flöhe gibt es viele. Von Flohhalsbändern bis Spritzen über Baden und besonderes Futter. In den meisten Fällen helfen diese Mittel aber nicht.
Beim Baden werden nur die Flöhe selber abgetötet, nicht aber die Eier, diese überleben weiter und ein Neubefall ist nicht zu vermeiden. Flohhalsbänder sind bei kleinen Hunden wirksamer als bei großen Hunden. Die Flöhe verstecken sich im hinteren Bereich, denn soweit reicht der Wirkstoff nicht. Außerdem lässt die Wirkung schnell nach. Ob spezielles Futter Flöhe abhält kann ich nicht beurteilen. Vorstellbar wäre es schon, da das darin beinhaltete Mittel in den Blutkreislauf des Hundes gelangt und die Flöhe eben das Blut trinken. Aber diese Futtersorten sind auch sehr teuer und ob es so gut ist, seinem Hund dauerhaft Futter mit irgendwelchen Mitteln zu füttern bezweifle ich ganz stark.
Die beste Erfahrung haben wir gemacht mit dem sogenannten Frontline. Dieses wird in den Nacken des Hundes getreufelt und verteilt sich automatisch auf den gesamten Hund. So wird nicht nur der Floh bekämpft, sondern auch Zecken und vor allem beugt es vor, damit der Hund nicht so bald wieder Flöhe bekommt. Unsere Hündin bekommt dieses Mittel alle 4 Wochen und wir hatten noch nie mit Flöhen zu kämpfen. Frontline gibt es beim Tierarzt und auch in manchen Apotheken.
Sie sollten allerdings nicht nur den Hund behandeln. Am besten waschen Sie alle Decken des Hundes und desinfizieren die gesamte Umgebung. Das macht viel Arbeit, aber es lohnt sich.

Nun wissen Sie, was ein Flohbefall alles auslösen kann und welche Arbeit es macht, diesen wieder los zu werden. Deshalb rufen wir auf:

„BITTE KONTROLLIERT EURE HUNDE“

Wir Hundefriseure scheuen keine Arbeit, aber wenn Sie bei uns im Salon sind mit einem Hund mit Flöhen ist es für uns sehr viel Arbeit und auch Geldeinbuße. Wir müssen den Laden an diesem Tag schließen und den gesamten Laden desinfizieren. Das ist erheblicher Zeitaufwand und an diesem Tag müssen andere Termine abgesagt werden. Also bitte kontrolliert nicht nur uns zuliebe, sondern vor allem euren Vierbeinern zuliebe. Es ist keine Schande, wenn ein Hund Flöhe hat. Das kommt in den besten Familien vor ;o)

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesem Beitrag helfen. Wenn Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.